Warum der Kanton Bern von einem JA am 8. März profitiert.
Die kommende Abstimmung über die Klimafonds-Initiative am 8. März wird oft als abstrakte Finanzdebatte geführt. Doch für uns im Kanton Bern geht es um weit mehr als um die nationale Schuldenbremse oder Paragrafen: Es geht um unsere unmittelbare Lebensgrundlage.
Es ist offensichtlich, dass der Markt allein die ökologische Wende nicht schnell genug bewältigen kann. Wir brauchen den Staat als verlässlichen Anschieber, um den Umbau sozial verträglich zu gestalten. Das gilt besonders für Bern. Als flächenmässig zweitgrösster Kanton mit einer starken Landwirtschaft und vielen Bergregionen sind wir überproportional vom Klimawandel betroffen. Unsere Bauern kämpfen mit extremen Trockenperioden, während in den Alpen auftauende Permafrostböden unsere Infrastruktur und Wanderwege gefährden.
Der geplante Fonds – eine jährliche Investition von 0,5 % bis 1 % des BIP – ist kein „Geldverbrennen“, sondern eine dringend notwendige Versicherung. Während Gegner vor Schulden warnen, verschweigen sie die massiven Folgekosten, die uns Bernern durch Unwetterschäden und den wegschmelzenden Wintertourismus entstehen. Nichts zu tun, ist am Ende die teuerste Option.
Zudem bietet die Initiative eine enorme Chance für unseren Wirtschaftsstandort: Bern ist ein Zentrum für Cleantech und nachhaltiges Bauen. Mit den Geldern aus dem Fonds könnten wir den Heizungsersatz in unseren vielen Altbauliegenschaften im Oberland und im Emmental massiv beschleunigen, ohne dass die Mieten für die Haushalte explodieren.
Wir müssen den Fatalismus ablegen, der behauptet, wir könnten uns Klimaschutz nicht leisten. Wir brauchen Planungssicherheit für unsere Handwerksbetriebe und echten Schutz für unsere Landschaften. Ein JA zum Klimafonds ist ein JA zu einem krisenfesten, modernen Kanton Bern.
Leserbrief zur Klimafonds Initiative Abstimmung vom 8. März 2026
